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04. August 2017

#7
Zeugnis:
Claire

04. August 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Zeugnis: Claire

Gott ist spannend! Gott ist lebendig. Und das auch in Staffel 2 dieser Reihe. Ich möchte euch heute, und in den kommenden Wochen, mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise, auf der wir verschiedenen Menschen begegnen werden. Verschiedene Menschen, die Gott in ihrem Leben die Ehre und Zuversicht schenken wollen.
Vor einigen Monaten hatte ich den Eindruck, dass ich sammeln soll, was Gott auf dieser Erde für seine Kinder tut. Wie er sie berührt, wie er sie bewegt - wie er sie in seine Mitte holt. Ich hatte den Eindruck, ich solle gerade euch dort draußen zeigen, wie lebendig und schön Gottes Werke sind. Wie Er an seinem Reich baut und uns dafür gebrauchen möchte.
Diese folgenden Texte sind nicht dazu geschrieben worden, um zu zeigen, wie es geht oder zu suggerieren, wir sollten uns nach diesen Vorbildern richten. Die folgenden Texte sind als Inspiration und als Zeugnis zu verstehen. Lasst euch berühren von Gottes Wirken und seiner Schönheit in den Menschen: Gott ist gut, geben wir Zeugnis davon!

In einem freikirchlichen Elternhaus aufgewachsen zu sein, änderte nichts daran, dass ich erst als Teenager meinen eigenen Weg zum Glauben fand und mich auf die persönliche Einladung Gottes, ihn kennenzulernen, einließ. Ein einschneidendes Erlebnis, das ich mit 17 hatte, war der Wendepunkt für mich in meinem Glaubensweg.
Als Kind wurde ich jeden Sonntag mit in den Gottesdienst genommen, wurde eingesegnet, besuchte die Kinderkirche, doch ich konnte es nicht ausstehen. Es ist schwer zu sagen, warum genau es mir vor den Sonntagmorgenden so graute, aber ein Aspekt war wohl, dass ich wahnsinnige Angst in sozialen Situationen hatte, wenn ich etwas sagen musste oder allein schon ein Stuhlkreis war mir äußerst unangenehm. Zudem waren einige Kinder in der Kinderkirche immer wieder gemein zu mir, machten sich darüber lustig, dass ich nie etwas sagte und fragten regelmäßig, ob ich denn eine Stimme hätte. Selbst Erwachsene machten davor nicht Halt und kommentierten manchmal nach den Gottesdiensten in scherzhaft gemeinter Ironie, warum ich denn so viel und laut rede. (Okay, das bezieht sich nur auf eine konkrete Situation, aber war zu der Zeit trotzdem sehr schlimm für mich). Dies alles hat mich so tief verletzt und mein Gottesbild überschattet, sodass ich mich komplett abwendete und sobald ich alt genug war, um Zuhause zu bleiben, konnte mich nichts und niemand mehr in einen Gottesdienst bringen.
Dann folgten einige wilde Jugend-Jahre und ich suchte, probierte, experimentierte, verliebte mich, hatte Herzschmerz und rannte immer weiter weg von Gott, ganz bewusst. Mich reizte das Dunkle, die Metal Szene, die Mystik, das Gefühl Herr meines eigenen Lebens zu sein, während ich alles, was mit Gott und Gemeinde zutun hatte, mit Verletzung und Ablehnung, Unachtsamkeit und Zwang verband.
Doch nach einer Reihe unschöner Ereignisse in der Zeit, fand ich mich in einem sehr schlechten Zustand wieder, innerlich sowie äußerlich. Ich merkte, dass in mir die Sehnsucht nach einem Neubeginn war, nach echten Freundschaften, nach Licht, Wärme, Nahe, Ehrlichkeit, Liebe.
Meine Mutter schlug mir vor, mal wieder mit in die Gemeinde zu kommen, da dort ein paar neue junge Leute seien, mit denen ich mich bestimmt gut verstehe würde. Irgendwie machte mir das Hoffnung und ehe ich mich versah, war ich im Gottesdienst und Tränen liefen mir über's Gesicht. Ich verstand gar nicht weshalb, aber das erste Lobpreislied hatte gerade begonnen als ich merkte wie ein ganzer Wall tief festsitzender Emotionen heraufkam, der sich durch meine eiserne, gut antrainierte Maske nicht zurückhalten ließ.
Mein Panzer wurde daraufhin komplett geknackt, als eine Person, die ich gar nicht kannte auf mich zu kam und mir sagte, es sei ihr auf dem Herzen für mich zu beten. Zuerst hielt sie mich einfach nur im Arm und wir weinten beide eine ganze Weile, dann betete sie für mich und sah mir in die Augen als sie mir sagte, wie sehr Gott mich liebt und mich nie aufgegeben hat, egal was auch passiert ist.
Das traf mich so tief ins Herz, zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich Gottes Liebe an mein Herz dringen. Diese Umarmung und diese Worte dazu, waren für mich unmissverständlich von Gott, weil die Person, eine Fremde, wie hätte sie rein menschlich solch eine überfließende Liebe für mich aufbringen können? Es war spürbar mehr, als ein Mensch an Liebe in seiner ganzen Lebenszeit überhaupt fähig ist zu geben und es kam von Gott und es galt mir allein.
Seit dem Abend gab es für mich keinen Zweifel mehr daran, dass Gottes Liebe real, persönlich und erfahrbar ist und dass er nicht aufgibt, bis wir unsere Masken ablegen und unser Herz öffnen für diese unfassbare Wahrheit seiner Gnade.

Du möchtest auch von deinem Leben mit Gott Zeugnis geben? Von deiner Hingabe für sein Reich oder der Schönheit deiner Bekehrung zu Ihm? Dann schreib uns eine Mail mit deiner Geschichte, mit deinen Erfahrungen und deinen Worten. Trau dich deinen Glauben und Gottes Wirken und Wunder an dir zu zeigen: zeugnis@keineinsamerbaum.org