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06. Dezember 2017

#45
Dienen im
Gottesdienst

von Sascha Gonzales

06. Dezember 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Dienen im Gottesdienst

Ich bewege dieses Thema jetzt schon eine ganze Weile mit mir herum: Wofür genau ist eigentlich der Gottesdienst da? Und bis vor einigen Monaten konnte ich darauf nie so recht eine geeignete Antwort finden. Bis, ja, bis ich sie hatte: Der Gottesdienst ist zum Dienen da – nicht zum Konsumieren.

Lasst uns ein Stück zurück gehen. Meine Frau Claire und ich waren vergangenes Frühjahr in Bethel und durften hautnah miterleben, wie lebendig und geisterfüllt eine komplette Gemeinde sein kann. Wie anders diese dort gelebte Atmosphäre ist. Und genau seit diesem Tag verfolge ich mit ganzem Herzen den Traum eine völlig lebendige und stetige Beziehung mit dem Heiligen Geist zu haben. Und genau seit diesem Tag – es war der 01. Januar 2017 – erkenne ich erst, wer dieser Heilige Geist eigentlich ist. Ich bin förmlich süchtig nach seiner Gegenwart. Nach seinem Wirken in meinem Leben. Nach den Gaben und den Geschenken, die er tatsächlich für mich vorbereitet hat. Und ich erlebe Ihn!
Nun, seit diesem 01. Januar 2017 ist irgendwie alles anders. Als hätte ich einen sechsten Sinn dazu bekommen, von dem die Bibel als "Erkennen" spricht. Ich sehe, rieche, schmecke, fühle, höre und.. ja, ich erkenne. Seien es Herzen oder Wahrheiten.

Zurück zum Thema: Wofür genau ist eigentlich der Gottesdienst da? Ich bin fest davon überzeugt – ja, ich glaube mit ganzem Herzen – dass wir zu oft in unseren Gottesdienste etwas verpassen. Ja, wir setzen Gott ins Zentrum. Ja, wir lernen und lehren. Ja, wir lobpreisen. Und ja, wir haben Gemeinschaft. Aber.. Dienen wir auch mit den Gaben, die der Heilige Geist jedem von uns ins Herz gelegt hat?

Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat. Wenn ihr das tut, erweist ihr euch als gute Verwalter der Gnade, die Gott uns in so vielfältiger Weise schenkt. – 1. Petrus 4, 10 (Neue Genfer Übersetzung)

Für mich ist dies der Kern von Gottesdiensten. Warum sind wir alle so unterschiedlich und doch ein Leib?

Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf. Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist.
Ich rufe daher aufgrund der Vollmacht, die Gott mir in seiner Gnade gegeben hat, jeden Einzelnen von euch zu nüchterner Selbsteinschätzung auf. Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist. Maßstab für die richtige Selbsteinschätzung ist der Glaube, den Gott jedem in einem bestimmten Maß zugeteilt hat. Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat. Genauso sind wir alle – wie viele und wie unterschiedlich wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen. Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen. Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe zu lehren. Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun. – Römer 12, 1-8 (Neue Genfer Übersetzung)

Das klingt alles nach Dienen. Der Gemeinde dienen. Paulus spricht hier in diesem Kapitel des Römerbriefs über die Gemeinde. Und der Gottesdienst ist eine Feier der Gemeinde zu Ehren Gottes. Wenn wir nun also Gott u.a. am meisten damit ehren können, wenn wir "unsere Nächsten wie uns selbst lieben" (Markus 12, 31), dann spricht das für mich Bände: Dient einander mit allem, was euch Gott zur Verfügung stellt. Teilt alles. Liebt gemeinsam, weint gemeinsam, strebt gemeinsam.
Darum geht es in meinen Augen. Und doch höre ich oft lachende Stimmen, wenn ich davon rede, dass wir alle "geisterfüllt zum Gottesdienst kommen sollten, damit wir einander dienen können". Wir haben vergessen, dass genau das unser Job ist. Das ist keine Utopie. Das ist unsere Aufgabe. Wie können wir Gott feiern wollen, wenn wir nicht vom Heiligen Geist erfüllt sind und ER uns Jesu Herrlichkeit offenbart. Jesus selbst sagt:

Ich hätte euch noch viel zu sagen, aber ihr wärt jetzt überfordert. Doch wenn der Helfer kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden. Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird, empfängt er von mir. Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Aus diesem Grund sage ich: Was er euch verkünden wird, empfängt er von mir.« – Johannes 16, 12-15 (Neue Genfer Übersetzung)

Der Geist zeigt uns also Seine Herrlichkeit. Und wenn wir Seine Herrlichkeit und Seine Gaben erkannt haben, dann – ja, dann – können wir wirklich Gottesdienst feiern. Inspirierten Nikolaus euch! ;)