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01. November 2017

#40
Wie im Himmel,
so auf Erden?

von Sascha Gonzales

01. November 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Wie im Himmel, so auf Erden?

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. – Matthäus 6, 10

01. November 2017: Diese Bibelstelle - dieses Gebet - kennen wohl die meisten von uns. Das "Vater Unser", wie man es, glaube ich, im allgemeinen Sprachgebrauch nennt, kenne ich bereits seit meiner Kindheit. Jedes Mal, wenn wir mal wieder in der Kirche waren, wurde dieses Gebet am Ende des Gottesdienstes gesprochen und ich begriff nie so recht, warum.
Mir geht es heute aber weniger um die Frage nach kirchlichen Institutionen oder um die Frage nach der Sinnhaftigkeit von runtergebrabbelten Gebeten, sondern um genau diesen Satz dort oben: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

Wie im Himmel so auf Erden. Hat sich das schon mal jemand von euch wirklich buchstäblich vor Augen geführt, was da steht? Da steht, dass das, was im Himmel passiert auch auf Erden passieren soll. Der Himmel kommt auf die Erde - wow!
Jetzt laufe ich doch ab und zu durch meine Stadt, durch meine Gemeinde, durch meine Straße und frage mich in letzter Zeit immer öfter: "Sieht so der Himmel aus?" Wo ist die Freude in Fülle und Wonne zu seiner Rechten? (Psalm 16, 11) Wo sind die übernatürlichen Wunder und Zeichen? (Johannes 9) Der Frieden Gottes, der sich wie ein unaufhaltbarer Fluss des Lebens durch die Menschen ziehen wird? (Kolosser 1, 20) Warum, ja warum finde ich das hier so selten in meinem Umfeld?

Ich lese zur Zeit ein sehr, sehr gutes Buch über genau dieses Thema: Unsere Ausrichtung im Leben. Darin heißt es u.a. "Wir ziehen an, was wir begehren. Wir erhalten, was wonach wir im Herzen streben."
Wir haben es in den letzten Jahrhunderten geschafft, uns mit diesem irdischen Leben, und dieser Gottlosigkeit anzufreunden und zufrieden zu geben. Und das hört nicht bei Menschen auf, die sich von Gott lossagen - weit gefehlt. Es dringt bis ins Mark unserer Gemeinden und christlichen Institutionen durch. Haben wir es verlernt uns zuerst nach dem Himmel auszustrecken? Es scheint mir beinahe so, wenn ich einige christliche Leiter davon sprechen höre, wie sie sich "etwas ausgedacht" haben; wenn sie sagen sie müssten "schlau handeln" - "weise sein""Sinn ergeben". Dabei ist der Heilige Geist Gottes alles andere als etwas, was unser Verstand "verstehen" könnte.

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. – Sprüche 3, 5-7

Wir halten uns für klug, weise und versuchen im Fleisch zu kontrollieren, was Gott im Geist vollbringt. „Aber Sascha, wir können uns doch nicht von unserem Fleisch losmachen?“ - das stimmt und stimmt auch wieder nicht, allerdings entlässt dich das nicht aus deiner Verantwortung zuerst den Himmel zu suchen, Gott zu suchen, und Ihm dein ganzes Leben zu schenken. Ich glaube daran, dass wir in purer Fülle und Freude vor Gott und mit Gott leben können, wenn wir uns danach sehnen; wenn wir unser Herz danach ausrichten. (Psalm 16, 11) Ich erlebe es bei Menschen, und ich glaube daran, dass das jeder kann. Gott ist nicht jemand, der kompliziert zu verstehen ist. Seine Botschaft und Sein Wesen sind für jeden zugänglich. Die Beziehung zu Ihm ist für jedermann greifbar - und somit auch der Himmel auf Erden in eurem Leben, in euren Gemeinden, in eurer Stadt.
Wir müssen "nur" damit aufhören, alles in unserer Kontrolle behalten zu wollen - und das richtet sich heute besonders an die christlichen Leiter unter euch. Seid mutig und handelt nach Gottes Willen - nicht nach dem, was klug erscheint. Streckt euch nach seinem Reich, nach seinen Wegen für euch aus und leitet mit Hingabe und ungeteiltem Vertrauen - nicht durch Kontrolle und aus Angst heraus. Denn das reine und bedingungslose Vertrauen in Gottes Güte ist das, was uns am Ende angerechnet werden wird, wenn wir vor seinem Thron stehen. Wir werden nicht bestraft werden - daran glaube ich. Uns ist bereits für immer und ewig durch Jesus Christus vergeben worden. Die Gnade Gottes ist immer mit uns. Allerdings sollten wir endlich anfangen mit dieser Gewissheit und in diesem Bewusstsein zu leben und unser Umfeld zu verändern. Macht euch nicht mit dem gleich, was die Welt als Ideal vorgibt. (Römer 12, 2) Lebt nach Gottes Ideal, auch wenn es manchmal für euren Verstand Banane erscheinen mag. Streckt euch aus nach einer lebendigen Beziehung mit Gott und Seinem Heiligen Geist.

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten! – Mattäus 7, 7-11

Preist den Herrn für seine Größe und Liebe, Ermahnung und Ermutigung.