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17. Oktober 2019

#25
Mein Leben – ein Loblied?

von Maximilian Stopp

17. Oktober 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Maximilian Stopp


Mein Leben – ein Loblied?

Moin zur nächsten und vorerst letzten Kolumne von Ebbe und Flut. Nach 25 Ausgaben ist es einmal an der Zeit kräftig durchzuatmen, sich neu zu fokussieren und dann gestärkt wiederzukommen – so ist zumindest der Plan, denn ab dem neuen Jahr soll es weitergehen. Vielen Dank für eure Wertschätzung und Zeit, die ihr für das Lesen meiner Gedanken aufgewendet habt.

Ich habe mir überlegt, was ich euch diesmal gern berichten möchte und habe euch dazu einen Psalm mitgebracht. In Psalm 148 wird der Himmel und die Erde aufgefordert, Gott zu loben:

Lobt ihn.. Sonne und Mond und alle leuchtenden Sterne.. lobt ihn.. Schnee und Hagel, Feuer und Rauch.. lobt ihn alle Berge und Hügel.. Tiere der Wildnis und alles, was Flügel hat.. lobt ihn.. ihr Könige der Erde und alle Völker! – Psalm 148

Wie soll die Sonne oder ein Berg Gott loben? Weder besuchen die beiden regelmäßig den Gottesdienst, noch sind sie in einer Lobpreisband oder schreiben regelmäßig Kolumnen. Dennoch loben sie Gott, ihren Schöpfer, einfach durch ihre Existenz und Schönheit.

Bei meiner Seminararbeit zur Kathedrale von Reims war ich an mehreren Stellen fast sprachlos über diese Perfektion und dieses handwerkliche Können, das in jedem Pfeiler, Maßwerkfenster oder Blattkapitell ersichtlich wird. Einen solchen Bau zu betreten, lässt uns ehrfürchtig werden vor dieser einzigartigen Leistung. Wir staunen und beginnen langsam und bedächtig das Bauwerk zu erkunden und freuen uns über diese Momente großer Erhabenheit und Bewunderung. Außerdem schützen und bewahren wir dieses Baudenkmal.

Bei der Kathedrale von Paris, deren Dachstuhl im Sommer durch ein Unglück abgebrannt ist, wurde ersichtlich, das dieser Bau mehr ist, als übereinandergesetzte Steine. Leute standen in den Straßen – beteten, sangen Lieder und bestärkten sich in der Hoffnung, dass ein Totalverlust der Kathedrale verhindert werden kann. Eine solche Bedeutung hat "ein Haufen Steine", wenn er durch meisterhaftes Können erdacht und geformt wurde.

Zurück zur Sonne und den Bergen. Genau diese Gefühle von Erhabenheit und dem Staunen über soviel Pracht und Herrlichkeit empfinde ich auch bei einem wunderschönen Sonnenuntergang oder den Bergen, die sich auf dem Weg in den Skiurlaub immer wieder majestätisch aus der zuerst flachen Landschaft erheben.
So wie die Kathedrale auf einen kunstvollen Architekten und brillante Handwerker verweist, so sehe ich bei der Betrachtung der Natur einen kreativen, liebevollen Schöpfer. Durch deren bloße Existenz bezeugen Sonne und Berge, Hügel und Sterne den allmächtigen Gott und loben ihn.

Psalm 148 erwähnt auch uns Menschen, Mann und Frau, Jung und Alt und fordert uns auf seinen Namen zu loben. Ich möchte mit einem Denkanstoß enden. Unsere bloße Existenz und der Umstand, dass wir wundervoll geschaffen sind, loben und ehren Gott und so sollte auch unsere Existenz im weiteren Sinn – also unser Lebensstil – Gott ehren. Es geht mir um keine spezielle Handlung, sondern um unser Leben im Allgemeinen. Lasst mich euch und mir noch einige Fragen stellen:

Ehrt, lobt und bezeugt mein Verhalten gegenüber anderen Menschen Gott den Schöpfer? Ehre ich Gott durch meinen Umgang mit Geld und mir anvertrauten Ressourcen? Lobe ich Gott durch Bewahrung seiner Schöpfung? Bezeuge ich Gottes Liebe durch meine Worte und Taten? Unser ganzes Leben soll ein Loblied für seine Herrlichkeit sein.

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. Amen.